„Wie viel Spaß darf Protest machen?“

Ein Kommentar von Rico Stehfest

Anlässlich des G20-Gipfels am 7. und 8. Juli in Hamburg gab es bereits im Vorfeld jede Menge öffentliche Äußerungen, Forderungen, Proteste und Aktionen. So auch in St. Pauli. Um die Aktionen finanziell zu unterstützen, wollte man mit einem Schnaps gegen Trump zu Felde ziehen. Die Verbindung ist dabei relativ schlicht: Der US-amerikanische Präsident steht nach wie vor zu seinem Plan, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer errichten zu lassen. Nun gibt es in St. Pauli eine Art „Kiez-Schnaps“ (mit Tomatensaft) namens – wie könnte es anders sein – „Mexikaner“. Der wurde kurzerhand zum „Soli-Mexikaner“ umgetauft. Es sollte also ordentlich gebechert werden. Die offizielle Angabe: „Die Spenden aus dem Verkauf gehen komplett in die Aktivitäten gegen den G20-Gipfel.“ Eine nette Kiez-Idee. Saufen für den Weltfrieden.
Aber unter www.g20hamburg.org/de/mexikaner findet sich eine umfangreiche Liste sogar internationaler Kneipen und Lokale, die den Schnaps selbst mixen und damit Spenden sammeln wollen. Was aber passiert jetzt? Der G20-Gipfel ist Geschichte. Weitertrinken? Spaß für einen ernsten Zweck? Zum einen heißt es „Soli-Mexikaner gegen Trump“, gleichzeitig aber auch „Der Anti-G20-Solischnaps“. Wogegen denn nun? Hauptsache dagegen, sollte das Motto wohl kaum lauten. Sollte man die ganze Sache einfach nicht so ernst nehmen? Das wäre eigentlich schade.

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