„Anspruchsvolle Sendungen werden ins Randprogramm verbannt“

Ein Kommentar von Ute Nitzsche

Kennen Sie das? Da wird im Radio oder im Vorabendprogramm der Öffentlich-Rechtlichen eine Sendung angekündigt, die Sie durchaus interessieren könnte, doch dafür müssen Sie bis zum späten Abend ausharren oder sich einen Tag frei nehmen. Als ich las, welche Sendungen die CIVIS-Medienstiftung dieses Jahr ausgezeichnet hat, wurde mir dieses Phänomen wieder eindringlich vor Augen geführt. Beispiel: das Hörspiel „Jenseits der Kastanien“ von MDR-Kultur, Sendetermin: 22 Uhr. Oder ein Beitrag des Politikmagazins „Panorama“ im NDR, Sendetermin: gegen 21.45 Uhr. Prämiert wurden außerdem Filme und Onlinesendungen, die nun eben auch nicht in der Primetime laufen. Kurz: Man hat das Gefühl, anspruchsvolle Medieninhalte – und davon ist auszugehen, weil sie den Preis erhalten haben – werden ins Randprogramm verbannt. Das ist natürlich nicht der Fehler der Stiftung, aber es fördert auch nicht unbedingt das Anliegen der von ihr vergebenen Auszeichnung, die sich „Medienpreis für Migration, Integration und kulturelle Vielfalt in Europa“ nennt. Denn mit gut gemachten Medieninhalten könnten diese gerade jetzt so aktuellen Tugenden innerhalb der breiten Bevölkerung gefördert werden. Stattdessen lassen sich die ARD, ZDF und Co. als „Lügenpresse“ beschimpfen und glänzen weiter mit „Notruf Hafenkante“ und „Großstadtrevier“. Immerhin wurde die Preisvergabe im Fernsehen gezeigt: bei der ARD um 0.50 Uhr, im WDR um 8.20 Uhr und bei ORF III um 23.20 Uhr.

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